Welche 9 Fehler ich zu Beginn meiner Vollzeit-Selbständigkeit gemacht habe.
Bei mir, Katja Marocke, war es so, dass ich seit Anfang der 1990er Jahre über zwei Jahrzehnte immer irgendein bezahltes Projekt in Arbeit hatte – aber auf das damit erzielte Honorar aufgrund meiner privaten Situation, ehrlich gesagt nicht angewiesen war.
Das hatte zur Folge, dass ich, als sich dies 2011 änderte, mit völlig falschen Vorstellungen an meine nun Vollzeit-Selbständigkeit herangegangen bin.
Ich, 2011:
1. Ich kann „alles" und deshalb mache ich alles (was an Aufträgen reinkommt). 2. Ich helfe jedem.
3. Es muss für jeden meiner Kunden bezahlbar sein.
4. Ich mache es dem Kunden „schön" – was ich darunter verstehe – und helfe ihm so zu meinem Geschmack über.
5. Ich mache, was anfällt, in der Reihenfolge, wie es anfällt.
6. Wenn sich im Prozess der Anfall von Mehrarbeit herausstellt, verhandle ich nicht nach. Mein Glaube: „Das hätte ICH früher wissen/einplanen müssen, ICH bin ja der Profi…"
7. Ich habe ein „Premium-Rundum-Sorglos-Paket" für den Preis einer Basisversorgung angeboten. Ich habe es sogar einmal geschafft zu sagen: „Gib mir einfach, was du denkst, was es wert ist…"
8. Ich habe mich an falschen Vergleichspreisen orientiert – an Handwerkern, Möbelhäusern, Angestellten – oder daran, was ICH selbst für eine solche Dienstleistung bereitstellen würde.
9. Ich habe Projekte angenommen, die objektiv nicht zu meiner Vorstellung von Qualität gepasst haben – und Kunden, die nicht zu meiner Vorstellung von guten Kunden gepasst haben.
Wenn ich es jetzt so zusammenschreibe, wird mir ganz anders. Einerseits merke ich, welch langen Weg ich als Interior Designerin bis zu echtem Erfolg im Markt gehen musste. Andererseits, wie mühevoll dieser Weg war – weil ich ihn ohne Unterstützung gegangen bin.

Was ich heute weiß:
Viele dieser Fehler haben weniger mit fehlendem Wissen zu tun als mit dem, was man über sich selbst glaubt.
Dass die eigene Leistung ihren Preis wert ist.
Dass man Nein sagen darf, ohne dafür bestraft zu werden.
Dass Helfen-Wollen ein schöner Impuls ist – aber kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Das klingt banal. Ist es nicht immer.
Das muss dir heute nicht so gehen – zumindest dann nicht, wenn du von Anfang an die wichtigsten Zusammenhänge zwischen deiner Haltung und deinem Business verstehst.
Nun bin ich selbst seit Jahren mit absoluten Wunschkunden* ausgebucht. Ich liebe inzwischen vor allem deshalb, was ich für diese tun darf.
Das muss dir nicht so gehen. Wenn du bereit bist, genau dort hinzuschauen – dann bist du in der Masterclass richtig. 6 Plätze, Start 20. März 2026.
*Ein Wunschkunde ist der Kunde, der damit ideal zu dir passt:
1. Was er fachlich von dir kaufen möchte, bietest du am liebsten an - und bringt dich weiter.
2. Menschlich hättest du wegen ähnlicher Werte die Personen am liebsten in deinem Freundeskreis (beidseitig), so sehr sprecht ihr ’eine Sprache’.
3. Finanziell – der Kunde begleicht nicht nur ohne Diskussionen und pünktlich den Gegenwert deiner Leistungen, sondern er ist auch sehr dankbar, dass du dich seinem ’Problem’ angenommen hast.
Katja A. Marocke ist Interior Designerin seit 1992 und Mitgründerin der Interior Designers Academy. Sie begleitet Frauen dabei, ein Interior-Design-Business aufzubauen, das sie trägt – finanziell, persönlich und emotional.