Warum ich genau das hier mache.
Es gibt Wege, die man plant. Und es gibt Wege, die sich ergeben.
Meiner gehört zur zweiten Kategorie.
Inneneinrichtung ist seit Ende der 1980er Jahre meine Leidenschaft. Aber was ich heute weitergebe, ist nicht nur aus dieser Leidenschaft entstanden. Es ist aus einem Weg entstanden, der mich Dinge gelehrt hat, die ich mir nicht ausgesucht hätte – ohne die ich jedoch nicht wäre, wo ich heute bin.
2011 stand ich auf einmal allein in einer kleinen Wohnung.
Umgeben von Möbeln, die dort nicht hin gehörten und einer Unmenge an Deko und Erinnerungen – nach über 17 Jahren in einem schönen großen Haus mit allem drum und dran - vor allem gefühlter Sicherheit.
Jetzt benötigte ich plötzlich finanzielle Mittel, um meinen Lebensunterhalt nun ganz allein zu bestreiten.
Eine normale Anstellung hielt ich zum damaligen Zeitpunkt für nicht zielführend, wenn ich mich irgendwie wieder meinem jahrelang gewohnten Lebensstandard annähern wollte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich deshalb nur eines, auf das ich bauen konnte.
Mein bisher nebenberuflich betriebenes Interior Design und das Wissen, das ich mir selbst seit Anfang der 1990er Jahre diesbezüglich beigebracht hatte.
Kein Innenarchitektur-Studium, kein Titel – nur echte Erfahrung und echtes Interesse an Menschen mit dem Wunsch nach deren Selbstverwirklichung in ihren Räumen.
Genau dieses Können sollte nun mein Leben finanzieren.
Ich bekam über Mundpropaganda bald einige Aufträge und damit auch Umsatz.
Ich arbeitete viel, auch jedes Wochenende. Es reichte aber immer nur gerade, um über die Runden zu kommen.
Naheliegend, dass die Situation an meinen zu niedrigen Preisen lag.
Ich glaubte einerseits (auch durch mein Umfeld), mehr sei eine Interior-Design-Leistung nun mal grundsätzlich nicht wert.
Andererseits fehlte mir auch einfach der Mut, meine Preise zu erhöhen.
Denn, was wäre gewesen, wenn ich dann den einen oder anderen Auftrag vielleicht gar nicht erst bekommen hätte...?

Aufgeben - oder losgehen.
Mitten in dieser Situation verlor ich 2012 plötzlich und unerwartet meine Tochter Antonia. Sie war 24 Jahre alt.
Was danach kam, lässt sich nicht in Worte fassen. Aber irgendwann stand ich vor einer Entscheidung, die sich sehr klar anfühlte: aufgeben – oder losgehen.
Ich entschied mich fürs Losgehen. Nicht weil ich stark war. Sondern weil mir das Aufgeben als keine Option erschien.
Ich begann, am einzigen zu arbeiten, was in meiner Macht lag: an mir.
Und ich lernte, wie das Business des Interior Designs wirklich funktioniert. Ich sprach mit Anwälten über die rechtliche Seite meines Tuns. Ich stärkte mein Selbstwertgefühl – und begann dabei, den Wert meiner Leistungen zu erkennen. Ich spezialisierte mich. Ich passte meine Preise an. Ich erkannte völlig neue Zusammenhänge.
Und ich ließ mir nach und nach immer mehr meiner Erfahrung und meiner ganz persönlichen Energie honorieren – vor allem, weil letzteres endlich ist.
Am Horizont entstand das Ziel, das mich seitdem begleitet: irgendwann die Antonia-Thalmann-Stiftung zu gründen, die über transgenerationale Trauma-Vererbung und -Reinszenierung aufklärt.

Parallel zu meinem Aufstieg in der Branche wurde etwas klar.
Mein Talent ist nicht nur das Designen und Organisieren – es ist auch das Erklären von Zusammenhängen.
Das ”Warum” erklären zu können, das nicht nur für Kunden plötzlich vieles verständlich machte.
2019 stand ich noch einmal an einem Punkt, an dem sich etwas verändern wollte.
Deshalb holte ich 5 vertraute Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichen Kompetenzen an einen Tisch.*
An diesem Tag kam heraus, was ich im Inneren längst wußte:
„Du musst anderen das Wissen weitergeben, das dich dort hin gebracht hat, wo du jetzt stehst.“
So entstand die Interior Designers Academy.
Nicht als Schule fürs Designen.
Sondern als Wegweiser für Frauen, die diesen Beruf mit all seinen Facetten so lieben, dass sie bereit sind, sich ein Business aufzubauen, das sie trägt.
Finanziell. Persönlich. Emotional.

Meine Vision:
- Auch andere Interior Designerinnen haben immer genug von – zu ihnen passenden – Projekten.
- Sie haben den Wert ihrer Leistungen erkannt – und wissen, wie man diesen kommuniziert.
- Auch andere Interior Designerinnen können ihre Projekte nicht mehr nur ’abarbeiten’, sondern führen.
- Und sie haben so oft wie möglich mit Personen zu tun, die den Wert ihrer Leistungen schätzen und ähnliche Werte teilen.
Nicht zuletzt:
Hinter allem steht mein persönliches Ziel der Stiftung, das mich seit 2012 antreibt — und dem diese Academy dient.
Alles, was ich heute lehre, ist aus meinem Weg entstanden. Dem Weg, der mich dorthin geführt hat, wo ich inzwischen beruflich stehe.
Wir, ich und alle anderen der Interior Designers Academy, stehen für Werte wie Anständigkeit, Wohlwollen, ehrliche Wertschätzung und Win-win für alle Beteiligten.
Genau deshalb begleite ich Interior Designerinnen, die diese Werte mit mir teilen.
Katja A. Marocke

*Gründungsmitglieder Interior Designers Academy 2019
Sabine Zimmer - Transformations- und Service-Führungskraft mit internationaler Erfahrung in stark regulierten Organisationen. Als Juristin verantwortet sie die Weiterentwicklung interner Services sowie Corporate Real Estate & Workplace – mit Fokus auf Governance, Prozess- und Qualitätsmanagement, Shared Services und New Work.
Christoph Fritsch - Erfahrener selbständiger Web-Entwickler und SEO Experte.
Heike Hachmeister - Referentin Ehrenamt bei der IHK zu Leipzig, sowie selbständige Unternehmensberaterin
Alice Viete - 2015 gründete sie MarkOp – eine Agentur, die Content, SEO und Design zu ganzheitlichen Strategien verbindet und für Unternehmen individuelle, messbare Konzepte entwickelt.
Roland Marocke - Serviceleiter für 5 Mercedes-Benz-Betriebe in Leipzig und Umgebung.
Katja Marocke - seit 1992 als Interior Designerin tätig.