Wo findest du Kunden – ohne Instagram & Co.?

Wo finde ich als Interior Designerin Kunden – ohne Instagram & Co.?

Wenn du keine Lust hast, auf Instagram oder anderen Social-Media-Plattformen ständig zu posten, verstehe ich das vollkommen.
Für mich selbst ist das regelmäßige Content produzieren nicht nur zeitlich schwer schaffbar, sondern gefühlt sogar irgendwie kontraproduktiv – weil potenzielle Kunden denken könnten, dass ich scheinbar nichts zu tun habe, wenn ich so viel Freiraum für laufende Social-Media-Beiträge habe.

Meine eigene Instagram-Seite ist allerdings mit Vorher/Nachher-Bildern aus eigenen Projekten gefüllt – aus einem eigennützigen Grund: Damit man als Mentee oder Kursteilnehmerin sieht, dass mein Interior-Designerinnen-Wissen nicht aus einigen geglückten Aufträgen besteht, sondern über Jahrzehnte aus unzähligen Projekten und Kundenkontakten gewachsen ist.

Zurück zur Kundengewinnung – und wie ich sie auch früher, ohne Social Media, tatsächlich betrieben habe.
Es kommt bei der Offline-Kundensuche darauf an, für wen dein Angebot gestrickt ist. Entscheidend ist, dass du dort sichtbar wirst, wo diese Menschen unterwegs sind – und dass du empfohlen wirst, bzw. es anderen leicht machst, dich zu empfehlen.

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Der Empfehlungspartner

Du brauchst Partner, die bereits laufend (Privat-)kunden haben und auf deinem Level arbeiten – z. B. Küchen-/Bad-/Lichtstudios, Schreiner, Maler, Bodenleger, Makler, Sanitär/Elektro, Fenster/Türen, Raumausstatter, Polsterei.
Warum das so gut funktioniert: Du kommst über das Vertrauen der potenziellen Kunden zum Partner an einen Auftrag.
Ein guter Schreiner oder Maler ist täglich bei Kunden, die umbauen. Wenn du deren Projekte aufwertest – oder gar Aufträge mitbringst – empfehlen sie dich gern. Vorausgesetzt, du machst ihnen das Empfehlen leicht.

Typische Fehler bei der Business-Partner-Auswahl:

  • Zu viele Partner gleichzeitig – du verlierst den Fokus. Starte mit 5 passenden.
  • Kein klarer Pitch von dir – der Partner empfiehlt dich nicht, weil er nicht in einem Satz sagen kann, was du bietest.
  • Kein Beweis – ohne ein abgegebenes Mini-Profil zum Anfassen bleibst du „theoretisch".
  • Kein Prozess – eine Empfehlung „irgendwann mal" passiert selten.

Baue Partnerschaften mit Betrieben auf, die laufend Privatkunden haben, und mache das Empfehlen leicht: ein 1-Minuten-Pitch, zwei Mini-Broschüren, ein klarer USP.

Wie viele Empfehlungspartner brauche ich?
Am Anfang reichen 3–5 passende Partner, wenn sie wirklich auf deinem Level arbeiten und regelmäßig Kundenkontakt haben. Qualität schlägt Quantität. Mehr werden es automatisch, je mehr Aufträge du bearbeitest.

Was sage ich einem Partner, ohne aufdringlich zu wirken?
Du bietest einen klaren Nutzen und ein einfaches Win-Win-Modell an: gegenseitige Empfehlungen, gemeinsame Planung und Konzept, oder ein Showroom-Event.

Ein Gedanke noch, den ich für wichtig halte: Wer sich mit seinem Wert sicher ist, wirbt nicht – der erklärt. Das ist ein Unterschied, den dein Gegenüber spürt. Die überzeugendsten Empfehlungspartnerschaften sind die, die aus echter Kollegialität entstehen, nicht aus dem Wunsch, gebucht zu werden.

Sollte ich komplett offline arbeiten?
Nein. „Ohne Social Media" heißt nicht „ohne Internet". Google Business Profile + Website mit gutem SEO sind oft die sauberste Ergänzung.

Nächster Schritt
Wenn du eine komplette Vorgehensweise zum Aufbau einer erfolgreichen und finanziell stabilen Selbständigkeit suchst, bist du in der Masterclass, beim 1:1 Mentoring oder in unserem IDA-Club (ab 8. Mai 2026) richtig.

Katja A. Marocke ist Interior Designerin seit 1992 und Mitgründerin der Interior Designers Academy. Sie begleitet Frauen dabei, ein Interior-Design-Business aufzubauen, das sie trägt – finanziell, persönlich und emotional.